Glück und Müdigkeit

gehören im Moment sehr zusammen. Manchmal denk ich, ich kann nicht mehr. Und dann denk ich wieder, ich hab den schönsten Beruf auf der Welt. – Und wenn was immer besser und besser wird, dann ist es absolut der richtige Weg für mich. Das sollst du machen weil es für dich Sinn macht.2

Letztes Wochenende waren wir im Zirkus Leopoldinchen. Ein Kinderzirkus von Kinder für Kinder. Noch ein so wunderbar sinnvolles Projekt. Das Glück der Kinder, die nach monatelangem Proben aufführen und das Glück der Kinder und Eltern, die zusehen.

Nils

Ich dachte, heute passiert das nicht mehr. Die Medizin kriegt das wieder hin, die kann das. Heute stirbt doch nicht einfach ein 3jähriger an Leukämie! – 0der? Aber er tat’s und ich weiß nicht, was ich sagen soll und kann. Obwohl ich seine Mama nur aus dem Blog kenne und aus ihren warmen, witzigen Illustrationen. Wir haben nur einmal hin und her geschrieben, kennen tu ich sie also nicht. Ich war unfähig, die ganze Zeit über, in der ich mit ihr hoffte und bangte, irgendetwas zu sagen. Kein „das schafft ihr, viel Kraft, ich denk so sehr an euch“. Ich staune da über alle Leute, die so unmittelbar Trost spenden können. Die einfach da sind und helfen. Nähen, basteln, Päckchen schicken. Nun sitz ich hier und weine seit Tagen mit ihnen.

Es hätte genauso Valentin sein können. Sie sehen sich im Wesen so ähnlich. Und mir wird so sehr bewusst, wie geschenkt dieses Glück ist, das wir mit ihm haben. Wenn ich mich ihn ihren Schmerz hinein fühle, dann denke ich, ich müsste zerspringen. Das ist absolut nicht auszuhalten. – Was lerne ich hier eigentlich gerade?

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Mobile

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Immer wieder werde ich nach diesem Mobile gefragt. Freut mich sehr. Und immer wieder sind es die gleichen Fragen: Wie kann ich das bauen. Wie geht denn das. Gibt’s da Vorlagen? Die Mails sind immer sehr sehr nett. Und ich nehme mir immer Zeit, sie zu beantworten. Ab und an schicke auch mal meine Vorlagen-Pdfs mit.

Aber was mich dann wirklich ärgert und aufregt ist, wenn keine noch so kleine Dankeschönmail zurück kommt! Warum ist das so? Was sind das für Leute, die sich umdrehen, sobald sie haben, was sie brauchen?!

Das führt irgendwann dazu, dass ich auf solche Mails nicht mehr reagiere. Ich will aber nicht, dass die Welt – und damit auch meine Welt – so ist. So, so .. Mir fällt dazu gar kein Wort ein. Egosonstwie.

Also noch mal für alle: Nein, ich hab das Mobile nicht erfunden. Das Original gibt’s hier. Und Vorlagen dafür gibt’s hier und hier.

 

Heute Pippischürze genäht!

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Zum Glück gibt es so wunderbare Blogs, die neben allen Liedtexten auch noch Schnittmuster anbieten! Und zum Glück gibt es solche Schätze wie Peter, die einem auch noch ein Erwachsenenmuster in Kindergröße umrechnen. DANKE!

Valentin fand das alles sehr aufregend und am Ende langweilig, obwohl wir nun nicht ewige Stunden mit Nähen verbracht haben. Aber dennoch zu lange für seinen Geschmack. Fasching wird am Freitag im Kindergarten gefeiert. Ich freu mich drauf.

Ich hab das heute sehr genossen und war beim Nähen in Gedanken in unserer Kammer daheim gestanden und wartete darauf, dass der Prinzessinnenrock fertig wurde, den meine Mama mir nähte. Es war eng in der Kammer, in der die alte Nähmaschine ratterte. Die hatte noch einen Lederriemen und ein Fußpedal. Der Tisch war so wunderbar mit Intarsien verziert und unten im Eisengestänge war ein kleiner Halter, in der das Ölfläschchen stand.

Solche Erinnerungen sind pures Glück. Danke Mama!

Alles neu!

27Jan15

Die Projekte könnten im Moment kaum unterschiedlicher sein. Es ist wie Gelenkigkeitstraining fürs Hirn. Und endlich wird das sichtbar, was ich dabei fühle und wie ich die Figuren empfinde. Das ist Glück.

In so fern: Ein gutes neues Jahr 2015! Und her mit dem Glühwein. Das Wetter ist grad danach.

Neues Tool

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Hab ein funkelnagelneues Zeichenboard und es scheint, dass ich endlich die Unterstützung gefunden habe, die mir bisher am Computer so gefehlt hat. Dennoch ist es noch viel Ausprobieren und neu machen. Termine drücken, aber wird schon werden. Ich bin jedenfalls glücklich mit dem Ding!

Oliver Jeffers

Hab heute (mal wieder) einen Künstler entdeckt, bei dessen Bildern mir einfach nur die Tränen laufen. – Und wo sind MEINE Bilder? Wo sind MEINE Geschichten?

Wo ist diese Türe, wo der Ausgang aus diesem Gefängnis? Immer steht da jemand und hält mich. Überall spüre ich diese Wand, wenn ich zeichne diese Angst: Ist das was, ach lass mal, nein, du nicht, das gefällt eh nicht, nein, das ist nicht originell, ähhh -. Leere.

Und da steht jemand wie Oliver und macht und tut und kann. Seine Geschichten sind direkt von Bauch und Herz ins Papier diktiert. Warum empfinde ich das wie eine Ohrfeige? Warum stehe ich verzweifelt da und meine mich damit beruhigen zu müssen, indem ich mir sage, er hats ja auch gelernt. Ich nicht.

Meine Niedlichkeit in meinen Bildern ist das Problem. Diese Gefälligkeitsniedlichkeit. Diese einschmeichelnde, kopierende Niedlichkeit, die so ohne Mut hofft, sich von Projekt zu Projekt mogeln zu können.  Mit Menschen ist es ganz gleich. Ich hoffe immer, gemocht zu werden. Nach wie vor. Das ist für andere zutiefst uninteressant.

Hoffen macht unfrei. Hoffen macht unglücklich. Hoffen verschiebt das Leben auf später. Albert Camus, oder?

Hier ein Video über Oliver. Ein sehr liebenswertes Video. Eines, das mir sagt, dass ich mir endlich ein wunderbar unwiderstehliches Notizbuch zulege.