Nils

Ich dachte, heute passiert das nicht mehr. Die Medizin kriegt das wieder hin, die kann das. Heute stirbt doch nicht einfach ein 3jähriger an Leukämie! – 0der? Aber er tat’s und ich weiß nicht, was ich sagen soll und kann. Obwohl ich seine Mama nur aus dem Blog kenne und aus ihren warmen, witzigen Illustrationen. Wir haben nur einmal hin und her geschrieben, kennen tu ich sie also nicht. Ich war unfähig, die ganze Zeit über, in der ich mit ihr hoffte und bangte, irgendetwas zu sagen. Kein „das schafft ihr, viel Kraft, ich denk so sehr an euch“. Ich staune da über alle Leute, die so unmittelbar Trost spenden können. Die einfach da sind und helfen. Nähen, basteln, Päckchen schicken. Nun sitz ich hier und weine seit Tagen mit ihnen.

Es hätte genauso Valentin sein können. Sie sehen sich im Wesen so ähnlich. Und mir wird so sehr bewusst, wie geschenkt dieses Glück ist, das wir mit ihm haben. Wenn ich mich ihn ihren Schmerz hinein fühle, dann denke ich, ich müsste zerspringen. Das ist absolut nicht auszuhalten. – Was lerne ich hier eigentlich gerade?

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Heute Pippischürze genäht!

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Zum Glück gibt es so wunderbare Blogs, die neben allen Liedtexten auch noch Schnittmuster anbieten! Und zum Glück gibt es solche Schätze wie Peter, die einem auch noch ein Erwachsenenmuster in Kindergröße umrechnen. DANKE!

Valentin fand das alles sehr aufregend und am Ende langweilig, obwohl wir nun nicht ewige Stunden mit Nähen verbracht haben. Aber dennoch zu lange für seinen Geschmack. Fasching wird am Freitag im Kindergarten gefeiert. Ich freu mich drauf.

Ich hab das heute sehr genossen und war beim Nähen in Gedanken in unserer Kammer daheim gestanden und wartete darauf, dass der Prinzessinnenrock fertig wurde, den meine Mama mir nähte. Es war eng in der Kammer, in der die alte Nähmaschine ratterte. Die hatte noch einen Lederriemen und ein Fußpedal. Der Tisch war so wunderbar mit Intarsien verziert und unten im Eisengestänge war ein kleiner Halter, in der das Ölfläschchen stand.

Solche Erinnerungen sind pures Glück. Danke Mama!

Zeit vergeht…

Ich kam mir heute vor wie Sonja auf meiner Skizze fürs Prinzessinnenbastelbuch. Habe ein Album voll geklebt mit lauter Valentins für meine Schwiegermama. So viele Fotos wieder auf einem Haufen zu sehen, führt mir erst mal wieder vor Augen, wie sehr sich Valentins Gesicht verändert. Dabei kommt er mir immer gleich vor. Ich sehe die Unterschiede nur im Rückblick. NUR. Das ist kurios.

Oben im Bild ist er 4 Monate. Unten 1 1/2 Jahre.

 

Bitteschön:

 

So stelle ih mir unsere Garderobe für Valentin vor. Ich wusste heute beim Aufstehen, dass heut der Tag gut ist. Heute klappt das. Und meine Messlatte hab ich in Gedanken auch schon fertig. Krakrakra! Los jetzt! Ich brauch ne Säge. Oder Quark, ich bau das aus Papier, dann bekomme ich es wenigstens in einer annehmbaren Zeit fertig und kann es zudem auch noch ausdrucken. Darauf trink ich nun einen Kaffee.

Valentin schläft noch selig, wir waren zum Glück heute früh schon in der Salzgrotte. Langsam fühlt er sich da zu Hause, ist aber immer noch mächtig beeindruckt, wenn ein andres Kind dazu kommt. Dann kann er erst mal gar nichts weiter machen als zuschauen. Wenn der dann genug geguckt hat, will er genau das Spielen, was die anderen auch spielen. So wechselt die Irritation die Seite.

Aber die schönste Zeit mit ihm ist gleich nach dem Frühstück im Wohnzimmer. Wenn er so sorglos plappernd seine sieben Sachen aus dem Regal pflückt und spielt. Da gibt es nur ihn, die Dinge, das Licht und den Bauch, der satt ist.

Heute vor einem Jahr…

… war das Licht genau gleich. Sonnig, golden, unwirklich. Und so klar.

Wir haben auf unseren Zwack gewartet. – Morgen isst er seinen ersten Geburtstagskuchen, kruschtelt sein Geschenk aus und wundert sich vermutlich, warum wir ihn alle so gerührt anschauen.

Aber eins muss ich Dir immer wieder sagen, mein Schatz: Steine kann man nicht essen.

Steine

Es gibt Momente, in denen ich das Glück kaum in Worte fassen kann. Es ist unglaublich, dass gerade er sich aufgemacht hat, um bei uns zu sein! Unglaublich, sagen zu dürfen, dass dies unser Kind ist!

Unser Kind, das sich wundert.

Unser Kind, dem ich sagen muss, dass man Steine nicht essen kann.